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Was ist ein thorakales Aortenaneurysma?

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Ein thorakales Aortenaneurysma ist eine krankhafte Erweiterung der Hauptschlagader im Brustkorb. Betroffen sein können die Aortenwurzel unmittelbar am Herzen, die aufsteigende Aorta, der Aortenbogen oder die absteigende Aorta. Wo genau die Erweiterung liegt, bestimmt wesentlich, welche Behandlung in Frage kommt.

Wie das Bauchaortenaneurysma verursacht auch das thorakale Aneurysma meist keine Beschwerden und wird häufig zufällig entdeckt, etwa im Herzultraschall oder in einer Computertomographie. Neben den klassischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck spielen hier angeborene Faktoren eine größere Rolle: eine bikuspide (zweitaschige) Aortenklappe, Bindegewebserkrankungen wie das Marfan-Syndrom und familiäre Aortenerkrankungen erhöhen das Risiko und beeinflussen den Zeitpunkt der Behandlung.

Wann muss behandelt werden?

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Entscheidend sind Durchmesser, Wachstum und individuelle Risikofaktoren. Als Anhaltspunkte gelten:

Eine Operation wird üblicherweise ab einem Durchmesser von etwa 5,5 cm empfohlen. Bei bikuspider Aortenklappe, Bindegewebserkrankungen oder familiärer Belastung liegt die Grenze niedriger. Beim Marfan-Syndrom wird ab 5,0 cm operiert, bei zusätzlichen Risikofaktoren bereits ab 4,5 cm. Auch ein rasches Wachstum oder eine gleichzeitig behandlungsbedürftige Aortenklappenerkrankung können den Ausschlag geben.

Unterhalb dieser Grenzen wird das Aneurysma kontrolliert, in der Regel mit einer ersten Kontrolle nach sechs Monaten und bei stabilem Befund danach jährlich, meist mit Herzultraschall und CT im Wechsel. Eine konsequente Blutdruckeinstellung ist dabei die wichtigste begleitende Maßnahme.

Behandlungsmöglichkeiten

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Operation an Aortenwurzel und aufsteigender Aorta
Das ist der häufigste Eingriff beim thorakalen Aneurysma und mein chirurgischer Schwerpunkt. Der erweiterte Abschnitt wird durch eine Gefäßprothese ersetzt. Ist die Aortenwurzel mitbetroffen, gibt es zwei Wege: der Ersatz von Wurzel und Klappe mit einer klappentragenden Prothese oder, wann immer möglich, die klappenerhaltende Wurzelrekonstruktion, bei der die eigene Aortenklappe erhalten bleibt. Der Erhalt der eigenen Klappe erspart vielen Patientinnen und Patienten eine lebenslange Blutverdünnung.

Eingriffe am Aortenbogen
Reicht die Erweiterung in den Aortenbogen, werden auch die abgehenden Kopf- und Armgefäße in die Operation einbezogen. Moderne Verfahren wie die Frozen-Elephant-Trunk-Technik erlauben es, Bogen und den Übergang zur absteigenden Aorta in einem Eingriff zu versorgen und eine spätere endovaskuläre Ergänzung vorzubereiten. Diese Eingriffe erfolgen an der Herz-Lungen-Maschine in einem spezialisierten Zentrum.

Endovaskuläre Behandlung der absteigenden Aorta (TEVAR)
Aneurysmen der absteigenden Brustschlagader lassen sich in geeigneten Fällen mit einer Stentprothese behandeln, die über die Leistengefäße eingebracht wird. Diese Eingriffe führe ich gemeinsam mit unseren Partnern aus der Abteilung für interventionelle Radiologie durch. Die Planung und Organisation übernehme ich, bei der Intervention selbst bin ich dabei.

Als Doppelfacharzt für Herz- und Gefäßchirurgie überblicke ich die gesamte Aorta von der Wurzel bis zur Beckenetage. Gerade beim thorakalen Aneurysma, wo offene Chirurgie, Hybridverfahren und Stentprothesen ineinandergreifen, ist diese Gesamtsicht für die Wahl des richtigen Verfahrens entscheidend.

Nachsorge

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Nach dem Ersatz der aufsteigenden Aorta sind die Kontrollintervalle großzügig, die restliche Aorta wird aber lebenslang im Blick behalten, da sich an anderer Stelle neue Erweiterungen bilden können. Nach endovaskulären Eingriffen sind regelmäßige CT-Kontrollen erforderlich. Die Koordination der Nachsorge übernehme ich gerne in meiner Ordination.

Häufige Fragen

Ist ein thorakales Aneurysma gefährlicher als ein Bauchaortenaneurysma?

Muss meine Aortenklappe mitoperiert werden?

Wie lange dauert die Erholung nach der Operation?

Ich habe eine bikuspide Aortenklappe. Was bedeutet das für mich?

Sollen sich meine Angehörigen untersuchen lassen?

Termin oder Zweitmeinung

Wenn bei Ihnen eine Erweiterung der Brustschlagader festgestellt wurde, bespreche ich Befund, Kontrollintervalle und Behandlungsoptionen gerne persönlich mit Ihnen. Bringen Sie vorhandene Bildgebung (CT, Herzultraschall) und Befunde mit. Auch für eine Zweitmeinung vor einer geplanten Operation stehe ich zur Verfügung.